Das Ferienhaus am Haken

27. Februar 2026

Wohnmobile haben in den vergangenen Jahren einen beispiellosen Boom erreicht, aber auch konventionelle Wohnwagen sind unverändert beliebt. Das Fahren mit dem Heim am Haken hat jedoch einige Tücken und fordert vom Gespannlenker Erfahrung, Übung und Geschick. Doch bevor man eine Gespannfahrt ins Auge fasst, sollte man einen Blick auf den Führerschein werfen. „Mit dem Führerschein Klasse B dürfen Sie Anhänger bis 750 Kilogramm (kg) zulässiger Gesamtmasse ziehen. Wenn der Anhänger schwerer ist, darf das zulässige Gesamtgewicht der Kombination nicht mehr als 3,5 Tonnen betragen“, erläutert Alexander Bausch von TÜV SÜD die Rechtslage und „für schwerere Anhänger benötigen Sie eine Führerscheinerweiterung oder den Führerschein der Klasse BE.“

Selbst für erfahrene Pkw-Fahrer ist das Ziehen von Lasten eine Herausforderung, deshalb ist die dringende Empfehlung: Diszipliniert fahren und die Tempolimits unbedingt einhalten. Bei Seitenwind die Geschwindigkeit den Verhältnissen anpassen. Grundsätzlich rät Alexander Bausch von TÜV SÜD: „,Weil die meisten nur ein bis zweimal im Jahr mit dem Wohnwagen unterwegs sind, auf jeden Fall mit dem beladenen Caravan ein paar Runden drehen, bevor es auf Ferienfahrt geht. Dabei auch die Autobahn nutzen, damit man wieder Gefühl für das Gespann bekommt.“

Die Alarmlampen beim Fahrer sollten beispielsweise angehen, wenn der Wohnwagen leicht schlingert, obwohl es keine Lenkbewegungen gibt. Hier gilt Tempo reduzieren, dann beruhigt sich das Gespann wieder. Kritischer wird es, wenn sich die Schlingerimpulse vom Anhänger auf das Zugfahrzeug übertragen. Jetzt gilt: Lenkrad gerade halten und kurz, aber kräftig auf die Bremse treten.

Fahrzeug und Anhänger haben einen deutlich längeren Bremsweg sowie eine geringere Beschleunigung. Das heißt als Erstes: mit viel mehr Abstand unterwegs sein. Das gilt nach vorne genauso wie zur Seite: Beim Überholmanöver auf ausreichend Luft zum Nebenmann achten, sonst entsteht ein Sog und der Hänger gerät ins Schlingern. Auslöser dafür ist immer: Seitenwind. In einem solchen Fall gilt ebenfalls: vom Gas gehen. Fahrtipps fürs Gebirge: früh in niedrigere Gänge schalten. Das schont den Motor und schützt ihn vor Überhitzung. Geht es talwärts, Bremskraft des Motors in niedrigen Gängen nutzen. Das hält die Bremsen kühl und griffig.

Einer der wichtigsten Aspekte für die sichere Ferienfuhre: richtig packen. Schwere Teile immer in Achsnähe platzieren und dafür sorgen, dass sie während der Fahrt auch dortbleiben. Möglichst die zulässige Stützlast von Anhänger oder Fahrzeug ausnutzen. Auch beachten: Weil die Hinterachse des Pkw die zusätzliche Stützlast des Anhängers verkraften muss, nicht die Hinterachse des Autos zusätzlich beladen. Schwere Gegenstände hier besser vor die Hinterachse, also dicht hinter die Rückbank, stellen. Den Kofferraum in einem solchen Fall besser nur mit leichten Gegenständen beladen.

Moderne Fahrzeugtechnik erlaubt es inzwischen hierzulande, dass man den Wohnwagen auf Autobahnen und Kraftfahrstraßen auf Tempo 100 beschleunigen darf. Aber: In der Schweiz oder in Liechtenstein gilt für Wohnwagen, einreihen in den Schwerlastverkehr und maximal Tempo 80. In Frankreich wiederum gelten für Wohnwagengespanne auf bestimmten Strecken besondere Tempolimits bei nasser Fahrbahn. Bausch: „Auf jeden Fall vorab über die Tempolimits im Reise- und in den Transitländern informieren. Schneller als 100 Stundenkilometer sollte man mit Gespann ohnehin nicht unterwegs sein – auch wenn es erlaubt ist. Die allermeisten Wohnwagen sind bauartbedingt nur für 100 Stundenkilometer ausgelegt.“