Aktuelles

Sparsam mit dem Wohnmobil

27. Juni 2022

Mit zunehmendem Tempo wächst der Luftwiderstand – und zwar quadratisch zur Geschwindigkeit. Das bedeutet: Der Dieseldurst steigt rasant an. „Deshalb lieber etwas gemächlicher fahren“, legt der TÜV SÜD-Fachmann Wohnmobilchauffeuren ans Herz: „Im Verkehr mitschwimmen, man muss nicht gleich zum Überholen ansetzen, nur weil der Vorausfahrende einen Tick langsamer unterwegs ist als man selbst.“

Hochtouriges Fahren treibt ebenfalls den Verbrauch in die Höhe. Deshalb lieber früher schalten.
Bei Fahrzeugen mit Automatikgetriebe empfiehlt es sich, einen Modus zu wählen, bei dem möglichst früh geschaltet wird. Auf Autobahnen und Schnellstraßen mit wenig Verkehr minimiert der Tempomat den Verbrauch, denn er zügelt unnötiges Beschleunigen. Eine Gepäckbox oder Sportgeräte auf dem Dach mitzuführen, erscheint manchmal unumgänglich. Aber auch das treibt den Luftwiderstand und damit den Verbrauch in die Höhe. Besser also Box oder Bike innen oder am Heck transportieren.

„Ein vielfach unterschätzter Verbrauchsfaktor ist falscher Reifendruck“, gibt Eberhard Lang zu bedenken. Meist ist zu wenig Druck im Reifen. Das mindert nicht nur die Tragfähigkeit des Reifens, sondern erhöht den Rollwiderstand und damit den Verbrauch, deshalb den Reifendruck regelmäßig prüfen und richtig einstellen.

Bei Fahrten quer über Ländergrenzen hinweg lohnt es sich auf jeden Fall, dort zu tanken, wo der Kraftstoff günstig ist. Außerdem sollte bedacht werden, dass der Sprit auf der Autobahn meist teurer ist als daneben. Die Tankstelle sollte aber nicht zu weit entfernt von der eigentlichen Route liegen. Denn der Weg dorthin kostet schließlich auch Kraftstoff. „Spritpreis-Apps können dabei helfen“, weiß der TÜV SÜD-Fachmann, „grundsätzlich gilt, je mehr man nachtanken kann und je größer der Preisunterschied ist, desto längere Umwege lohnen sich. Ein hohes Preisniveau oder ein hoher Treibstoffverbrauch lassen dagegen die Fahrtkosten steigen und machen den Umweg zur günstigeren Tankstelle unattraktiver. „Viele unterschätzen die entstehenden Kosten pro gefahrenem Kilometer“, so Lang. 20 Kilometer hin zur Billigtanke und 20 Kilometer zurück, kosten bei einem Literpreis von 2 Euro und einem Verbrauch von 10 Litern pro 100 Kilometer acht Euro reine Spritkosten.

Ältere Fahrer sind fein raus

27. Juni 2022

„Die Lizenz zur Ferienfahrt hängt von drei Faktoren ab“, erläutert Marcellus Kaup: „Erstens vom Gewicht des Reisefahrzeugs. Zweitens von der vorliegenden Fahrerlaubnis und dem Datum, an dem sie erteilt wurde. Liegt das zulässige Gesamtgewicht (zGG) des Wohnmobils bei weniger als 3,5 Tonnen (die Angabe findet sich in der Zulassungsbescheinigung I in Zeile F.1, im Fahrzeugschein unter Punkt 15), ist die Frage nach der passenden Fahrerlaubnis rasch geklärt. Für solche Fahrzeuge reicht ein Führerschein der Klasse B, unabhängig davon, wann dieser erworben wurde.“

Für Wohnmobile mit mehr als 3,5 Tonnen Gesamtgewicht wird die Frage nach dem Führerschein komplizierter, denn nun ist das Jahr entscheidend, in dem die Fahrlizenz ausgestellt wurde. „Wer die Fahrerlaubnis nach 1999 erhalten hat, benötigt für ein Wohnmobil mit mehr als 3,5 Tonnen Gesamtgewicht einen Lkw-Führerschein der Klasse C1. Mit dieser Fahrerlaubnis dürfen Reisemobile mit bis zu 7,5 Tonnen plus einem Anhänger mit bis zu 750 Kilogramm Gesamtgewicht bewegt werden“, so der TÜV SÜD-Fachmann. Wer ein Gespann, also Wohnmobil samt Anhänger, steuern möchte, dessen Gesamtgewicht unter 4,25 Tonnen liegt, für den reicht der Erweiterungsführerschein B96. Diese Fahrerlaubnis bekommt man nach einem eintägigen Kurs in einer Fahrschule samt einem Theorie- und einem Praxisteil. Eine Fahrprüfung muss dabei nicht abgelegt werden.

Wurde die Fahrerlaubnis vor 1999 erworben, ist man fein raus, denn dann besitzt man einen Führerschein der ehemaligen Klasse 3. Mit dem dürfen Fahrzeuge mit einem zulässigen Gesamtgewicht bis zu 7,5 Tonnen gefahren werden. Zudem dürfen mit diesem Führerschein Gespanne (Wohnmobil plus Wohnwagen oder Anhänger) mit einem Gesamtgewicht bis zu 18,75 Tonnen gefahren werden. Diese Regelung greift aber nur, wenn der Fahrer maximal 50 Jahre alt ist. Wichtig ist, dass bei der Umstellung eines derartigen Führerscheins die Schlüsselzahl CE79 in Spalte 12 zur Klasse CE eingetragen wird, ergänzt der TÜV SÜD-Fachmann seine Übersicht über das Regelwerk.

Richtig abschleppen – so funktioniert das beim Auto

27. Juni 2022

Besondere Vorsicht bei schleppender Hilfestellung gilt im Ausland, warnt der TÜV SÜD-Fachmann Autourlauber. Was hierzulande möglich ist, kann in anderen Ländern zu Komplikationen führen. In Spanien beispielsweise dürfen Privatfahrzeuge generell nicht abgeschleppt werden. Zuwiderhandlungen ziehen empfindliche Bußgelder nach sich. Lang empfiehlt daher, im Ausland das Abschleppen Profis zu überlassen.

In vielen Fällen beginnt der Bergungsprozess mit der Suche nach den Abschleppösen. Die Gewinde verbergen sich aus optischen Gründen bei vielen Fahrzeugen hinter Plastikkappen in Stoßstangen, die vorsichtig entfernt werden müssen. Die eigentliche Abschleppöse findet sich dann in der Regel beim Bordwerkzeug im Kofferraum.

Seil oder Stange? „Zum Abschleppen geeignet sind handelsübliche Nylonseile, die sich dehnen und daher ruckartige Bewegungen auffangen“, schildert der TÜV SÜD-Fachmann seine Erfahrungen. Der lichte Abstand vom ziehenden zum gezogenen Fahrzeug darf nicht mehr als 5 m betragen. Zudem muss es in der Mitte durch ein rotes Fähnchen für andere Verkehrsteilnehmer sichtbar gemacht werden. Professionelle Pannenhelfer verwenden grundsätzlich Abschleppstangen. Die sind zwar am sichersten, aber auch am sperrigsten und teuersten. Egal, ob mit Seil oder Stange, die erlaubte Zugkraft darf nicht überschritten werden. Vor dem Start empfiehlt Lang beiden Fahrzeuglenkern, Verständigungszeichen zu vereinbaren oder über das Mobiltelefon in Verbindung zu bleiben, natürlich nur im Freisprechmodus.

Die Schleppfahrt muss behutsam starten, das Seil immer gespannt gehalten werden. Grundsätzlich gilt: Tempo 50 ist beim Abschleppen die absolute Obergrenze. Beim Abschleppen mit einem Seil sollte jedoch maximal Tempo 30 gefahren werden, sonst kann der Hintermann bei einer Notbremsung die Kollision nur schwer vermeiden. Generell ist eine zurückhaltende Fahrweise geboten, weil beim Havaristen meist Bremskraftverstärker oder Servolenkung nicht arbeiten, mithin Lenken wie Bremsen mit einem deutlich höheren Kraftaufwand verbunden sind.

Während des Abschleppens müssen beide Autos die Warnblinkanlage, bei Dunkelheit auch die Rückleuchten oder eine Notbeleuchtung eingeschaltet haben. Beim abzuschleppenden Fahrzeug wird der Gang herausgenommen. In jedem Fall aber muss der Zündschlüssel im Zündschloss bleiben, damit das Lenkradschloss nicht einrastet. „Fahrzeuge mit Automatikgetriebe oder Allradantrieb dürfen oftmals nicht abgeschleppt werden“, warnt Lang: „Hier empfiehlt sich ein Blick in die Bedienungsanleitung.“

Die kalte Luft sorgsam dosieren – Tipps für die Klimaanlage

8. Juni 2022

Statt erfrischend kühler Luft pumpt die Klimaanlage üblen Geruch in den Innenraum. „Dann ist meistens Restfeuchtigkeit oder Pilzbefall am Verdampfer die Ursache“, weiß Lang. „Daher sollte die Klimaanlage im Rahmen der üblichen Inspektionen und natürlich, wenn die Kühlleistung nachlässt, gewartet und gegebenenfalls die Innenraumfilter gewechselt werden“, rät er.

Bei manchen Modellen kann man selbst prüfen, ob die Anlage noch ausreichend Kühlmittel hat. In der Gebrauchsanweisung steht, wo das Schauglas unter der Motorhaube zu finden ist. Erweist sich der Füllstand als zu gering, sollte umgehend die Werkstatt korrigierend eingreifen.

Eine Inspektion der Klimaanlage schlägt mit ungefähr 70 Euro zu Buche, schildert der TÜV SÜD-Fachmann seine Erfahrungen. Von Billigangeboten, wie sie Werkstätten vielfach zu Beginn der wärmeren Jahreszeiten anpreisen, hält der Fachmann wenig: „Da wird oftmals nur der Druck geprüft.“

Profis setzen bei der Neubefüllung der Anlage oft auch ein Kontrastmittel ein. „Eventuelle Leckagen lassen sich später so leichter orten“, erläutert Eberhard Lang. Grundsätzlich, so empfehlen Fachleute, sollte die Klimaanlage regelmäßig, auch bei mäßigen Temperaturen, mindestens zehn Minuten eingeschaltet werden. Das bewirkt eine ausreichende Schmierung des Systems; Verunreinigungen am Verdampfer werden durch ablaufendes Kondenswasser weggewaschen.

Wer sehr sorgfältig sein möchte und Schäden vorbeugen will, der schaltet die Kühlung bei laufendem Gebläse aus, kurz bevor er sein Auto parkt. Das verhindert Restfeuchtigkeit am Verdampfer und reduziert die Gefahr von Geruchsbildung. Allerdings: „In der Praxis kenne ich aber kaum jemanden, der das wirklich konsequent macht“, sagt Lang.

Wichtig ist auch, die gewünschte Temperatur nicht zu kalt zu wählen. Der stetige kalte Luftstrom und die oft erheblichen Temperaturunterschiede können sonst schnell eine böse Erkältung verursachen. Und man sollte vermeiden, dass die Kaltluft einen direkt anströmt. Vor allem entlang der Windschutzscheibe bläst es mitunter recht kalt auf die Stirn von Fahrer oder Beifahrer. TÜV SÜD-Fachmann Lang: „Manchmal kann man sich mit dem Herunterklappen der Sonnenschutzblende davor schützen.“

Neue Mobilität – in den Startlöchern!

4. April 2022

„Welche Anforderungen werden AVs hinsichtlich der Typzulassungen gestellt? Wie sieht die internationale Entwicklung bei Regulierungen, Richtlinien und Standards aus? Wie werden autonome Fahrzeuge getestet? Das alles wollen wir internationalen Journalisten bei unserem Presseworkshop hier auf dem Prüfgelände von ZalaZONE live präsentieren“, sagt Patrick Fruth, CEO Division Mobility bei TÜV SÜD, und fügt hinzu: „Damit geben wir nicht nur detaillierte Einblicke in die Prüfarbeit, sondern werfen auch ein Schlaglicht auf den aktuellen Stand der Entwicklung.“ Wie TÜV SÜD das Zukunftsthema vorantreibt, zeigt sich auch an der neuen umfangreichen Kooperation mit dem Prüfgeländebetreiber ZalaZONE zur Entwicklung und Erprobung neuer Prüfmethoden – allen voran virtueller. Denn das Prüfzentrum bietet etwa die Möglichkeit, Ergebnisse aus physischen Tests nahtlos zu digitalisieren, um sie so für die Erforschung, Etablierung und Validierung virtueller Testmethoden einzusetzen. „Mit ZalaZONE haben wir nun den Betreiber einer der größten und modernsten Testgelände mit an Bord. Damit können wir unseren Kunden das gesamte Prüfportfolio für die Typzulassungen in allen relevanten Märkten anbieten – und das aus einer Hand“, betont Patrick Fruth.
 

Einheitlich

EU-L4, AFGBV, UNECE 157 – hinkte der Fortschritt der Regulierungen lange hinter dem der Technologie her, gibt es nun auch auf Gesetzesseite ordentlich Schwung. Für Deutschland ist beispielsweise ganz aktuell die AFGBV (Autonome Fahrzeuge-Genehmigungs- und Betriebsverordnung) verabschiedet worden. Damit setzt der Gesetzgeber die europäische EU L4- Richtlinie in nationales Recht um. Deutschland kann damit als erstes Land überhaupt AVs nach L4- Maßgaben homologieren. Nicht nur in Deutschland und Europa – TÜV SÜD-Experten sitzen weltweit in allen wichtigen Gremien und Forschungseinrichtungen – um quasi als neutrale Übersetzer zwischen Herstellern und Regulierungsbehörden die Verabschiedung international gültiger Regelwerke zu beschleunigen. „Unsere Neutralität, Expertise und der hohe Bekanntheitsgrad rund um den Globus macht TÜV SÜD zum Vertrauenspartner auf allen Seiten und sorgt somit für mehr Tempo bei den Regularien für das autonome Fahren“, sagt Fruth.
 

Nachhaltig

Nachhaltigkeit – das ist eine der großen Erwartungen an die New Mobility. Die Digitalisierung und Automatisierung des Verkehrs versprechen große Sprünge in Sachen Sicherheit, Effizienz und damit Nachhaltigkeit. Bereits seit 2007 verfolgt die EU stringent das Ziel, die Zahl der Verkehrstoten mit unterschiedlichen Maßnahmen weiter drastisch zu senken. Und tatsächlich wurde mit dem Projekt Vision Zero viel erreicht: Die Zahl der Verkehrstoten ist seitdem deutlich und beinahe Jahr für Jahr kleiner geworden. „Autonomes Fahren wird einen weiteren großen Sprung in Richtung der Null bringen, wenn die Technologie sicher, Konnektivität gegeben und damit die Schnittstelle Mensch/Maschine ideal funktioniert“, erläutert Fruth. Und auch für die Umwelt bringt autonomes Fahren ein riesiges Plus: Von A nach B per Rad, Auto, Zug, Schiff oder Flug, wie es – gerade auch für die Umwelt – am günstigsten geht, das wird in nicht allzu ferner Zukunft ein Algorithmus bestimmen. Das Stichwort dazu lautet intermodale Mobilität. „Autonomes Fahren stellt sicher, dass Energie maximal effizient eingesetzt wird. Eine durch und durch nachhaltige Technologie also, die uns auch hier weiter an die Null bringt – keine umweltschädlichen Emissionen nämlich“, sagt Fruth.

 

TÜV SÜD: Camper? Den bau ich mir selbst!

28. März 2022

Größeres Auto für den Familienzuwachs? Lass uns doch gleich einen Camper nehmen! So entscheiden sich immer mehr Menschen. „Der Anteil der Wohnmobile auf den Prüfgassen von TÜV SÜD hat in den vergangenen Monaten ordentlich zugenommen“, sagt Karsten Graef, Division Mobility bei TÜV SÜD. „Das gilt besonders auch für Hochdach-Kombis oder Transporter, die zur Begutachtung nach einem Umbau zum Wohnmobil vorfahren.“

Klar ist: Der Eigenumbau spart nicht nur Geld, sondern bringt auch den Vorteil, alles genau nach den eigenen Vorstellungen gestalten zu können. An welche gesetzlichen Vorgaben man sich halten muss, dazu hat der TÜV-Verband aktuell ein überarbeitetes Merkblatt veröffentlicht. Graef: „Sitze, Betten, Kochgelegenheit..., das Merkblatt bietet Orientierung und eine Zusammenfassung der geltenden Vorschriften, Richtlinien und Standards. Ganz grundsätzlich ist es trotzdem sinnvoll, die Umbaupläne in der Fachwerkstatt zu besprechen – auch wenn es online unzählige Umbauanleitungen gibt.“
 

Wohnmobil – kann ich da auch kochen?

Grundsätzlich gilt: Ein Wohnmobil ist ein Pkw. Er wird zum Camper, wenn er Tisch, Bett, Kochgelegenheit und Ablagefächer hat. Wer den entsprechenden Umbau plant, sollte sich vorab genau über seine Bedürfnisse, Inneneinrichtung, Platz, aber auch Reiserouten im Klaren sein. Für den Umbau kommen grundsätzlich alle Fahrzeuge infrage, wobei die 3,5 Tonnen Grenze aufgrund der am meisten verbreiteten Fahrerlaubnisklasse B beachtet werden sollte. Wer es geräumiger will, der braucht für Fahrzeuge mit mehr als 3,5 Tonnen zulässigem Gesamtgewicht einen Lkw-Führerschein oder einen alten Führerschein der Klasse 3 (bis 1.1.1999), der das Fahren von Fahrzeugen bis zu 7,5 Tonnen erlaubt. „Für wen ein großes Wohnmobil wichtig ist, der sollte sich vorab überlegen, wo die Reise hauptsächlich hingehen soll. In der süditalienischen Kleinstadt oder auf der Küstenstraße der Calanche wird der Tourist mit dem umgebauten Laster schnell zum Verkehrshindernis und unterliegt vielleicht sogar Fahrbeschränkungen aufgrund der Achslasten“, sagt der Fachmann.
 

Platz? Weniger als daheim

Apropos Größe: Wer an die Karosserie möchte und sein Fahrzeug vergrößern oder auf andere Weise umbauen möchte, für den gelten sehr viele Vorgaben. Das Spektrum reicht von der Festigkeit des Aufbaus über die Auswahl der Materialien bis hin zu Einstiegen, Fluchtwegen, Fenstern oder zur Belüftung. So müssen Materialien verwendet werden, die nicht leicht entflammbar sind und splittersicher. Bei einer Trennung von Fahrer- und Wohnkabine muss die Kommunikation zwischen beiden gesichert sein, Einstiege sollten auf der von der Straße abgewandten Seite angebraucht werden und natürlich gefahrlos benutzbar sein. Wichtig ist auch, dass jederzeit für ausreichend frische Luft gesorgt ist – die Vorgaben dazu sind im TÜV-Merkblatt detailliert zusammengefasst.

Eine Besonderheit ist der Aufbau von Aufstelldächern. „Dabei immer eine Fachwerkstatt mit einbeziehen, weil große Teile der Dachstruktur durchschnitten werden müssen und dabei penibel auf Herstellervorgaben geachtet werden muss“, sagt Graef. Die Ausführung durch den Profi hat weitere Vorteile: „Wenn eine Fachwerkstatt das 'Himmelbett' draufgebaut hat, ist auch gewährleistet, dass das Auto dicht ist, nichts klappert oder knarzt“, sagt Graef. Der Einbau von Fenstern ist dagegen auch durch den versierten Laien möglich – vorausgesetzt alle Regeln werden eingehalten. So müssen beispielsweise alle Scheiben für den jeweiligen Verwendungsweck genehmigt sein und die Ausschnitte dafür dürfen nur an den freigegebenen Stellen gemacht werden.
 

Ambiente – wie daheim

Tisch, Bett, Stauraum gehören dazu, damit das Auto zum Wohnmobil wird. Beim Innenausbau sind der Phantasie kaum Grenzen gesetzt. Bei den Materialien muss wieder auf den Brandschutz geachtet werden. In Sachen Unfallvermeidung darauf achten, dass keine Kanten, vorstehende Teile oder auch enge Durchgänge zu Verletzungen führen können. Das gilt beispielsweise auch für die Griffe von Schubladen oder Schranktüren. Sie sollten versenkbar sein und nicht hervorstehen.
 

Essen – wie daheim

Zur Mindestausstattung im Camper gehört eine Kochgelegenheit. Sehr beliebt sind Gaskocher. Diese müssen fest eingebaut sein. Dabei gibt es einiges zu beachten, das von einem Laien nicht so einfach zu überblicken ist und die Bestätigung durch einen Gassachverständigen nach DVGW Arbeitsblatt G 607 erfordert. Hier ist also auch die Fachwerkstatt gefragt. Mobile Kocher mit einer Gaskartusche am Gerät werden daher oft als günstige Alternative eingebaut. Diese sind aber oft nicht für den Festeinbau und auch nicht für das Kochen im Innenraum geeignet und zugelassen. Weil auch sie fest eingebaut sein müssen, greifen viele Straßenköche zur Auszugsvariante am Heck des Fahrzeugs. Dazu wird der auf einer Platte zum Ausziehen festverbaute Herd bei geöffneter Heckklappe aus dem Fahrzeug gezogen. Die geöffnete Klappe kann gleichzeitig als Sonnen- oder Regenschutz dienen.

Achtung: Die Gaskartusche nach dem Gebrauch und vor dem Einzug unbedingt vom Kocher abschrauben und extra gesichert verstauen. Hinweis vom TÜV SÜD-Fachmann: „Insgesamt gilt bei Gasanlagen die DIN EN 1949:2011 für Flüssiggasanlagen in Wohnmobilen. Für die Kartuschen-Kocher ist diese jedoch nicht anzuwenden.“ Auch mit Spiritus oder Diesel betriebene Kochstellen sind erlaubt. Wie die Gasvarianten müssen auch sie fest eingebaut sein und den Vorschriften für den Gebrauch in Innenräumen entsprechen. Für die Luftversorgung gelten dieselben Regeln wie etwa für Zusatzheizungen.
 

Power – wie daheim

Strom? Na klar. Licht zum Lesen oder Spielen, zum Haare trocknen, für die Filterkaffeemaschine oder vielleicht sogar für einen Fernseher – mit 230 Volt-Versorgung klappt das am besten. Gespeist wird die Anlage meist von außen mittels spezieller Steckdose. Kleines Einmaleins für die elektrische Inneneinrichtung: CEE-Eingangssteckdose, FI-Schutzschalter, Absicherung der 12V-Stromkreise und ein Trennrelais zur Bordbatterie und anderen 12V-Verbrauchern. Alle Kabel müssen dreiadrig und aus Kupfer sein. Mindeststärke 1,5 Millimeter. Der Schutzleiter soll fest mit der metallenen Karosserie verbunden sein. „Insbesondere bei Strom gilt natürlich: Hier nur die Experten ranlassen“, sagt Graef.


Das überarbeitete Merkblatt für den Umbau zum Wohnmobil ist unter https://shop.tuev-verband.de/merkblaetter für einen Unkostenbeitrag downloadbar.

Eine Zeitbombe unter der Motorhaube

10. März 2022

Mit zunehmendem Alter und Laufleistung des Zahnriemens wird die Gefahr immer größer, und ein Ausreißen der Zähne oder ein Komplettabriss wäre die fatale Folge. Bestenfalls bleibt der Motor einfach nur stehen. Schlimmstenfalls droht der Exitus, da die Kolben mit den Ventilen kollidieren und dies oft einen kapitalen Motorschaden nach sich zieht. Grundsätzlich gelten Zahnriemen als leichter, leiser und preiswerter als Kettentriebe. Um den Zahnriemen zäh und zugfest zu machen, wird er aus speziellen Kunststoffen gefertigt, die Einlagen aus Stahlcord und Glasfasern erhalten. Daneben sind die Flexibilität des Riemens bei der Triebgestaltung und sein reibungsarmer Lauf die größten Vorteile des Zahnriemens. Er kann über etliche Umlenkrollen auch für Nebenantriebe wie Wasserpumpen und Einspritzpumpe geführt werden. Allerdings: Werden die Wechselintervalle vernachlässigt, tickt eine Zeitbombe im Motorraum. „Insbesondere beim Kauf eines Gebrauchtwagens sollte man sorgfältig das Inspektionsheft studieren und prüfen, ob die vom Autohersteller vorgegebenen Wechselintervalle abgearbeitet wurden“, rät Lebherz.

Die genauen Wechselintervalle werden für jeden Motortyp einer jeden Modellreihe individuell von den Herstellern vorgegeben. Hier gibt es – wie generell bei Inspektion und Wartung – extreme Schwankungen, so dass die Herstellerangaben letztlich zwischen 60.000 Kilometern und 250.000 Kilometern liegen. Werden nur sehr geringe Strecken zurückgelegt, kann der Riemen auch vor dem Wechseltermin porös werden. Deshalb empfiehlt der TÜV SÜD-Fachmann „zumindest eine fachmännische Sichtkontrolle im Rahmen der Inspektionsintervalle. Als Faustegel gilt, dass nach etwa sechs Jahren ein erster Wechsel vorgenommen werden sollte.“

Aufwand und Kosten für den Austausch des Zahnriemens schwanken je nach Modell, Motor und Baujahr enorm. Grundsätzlich kann man jedoch davon ausgehen, dass ein Zahnriemenwechsel in der Werkstatt selten unter 300 Euro zu realisieren ist. Meist liegt der Gesamtpreis für den Wechsel von Zahnriemen inklusive Spann- und Umlenkrollen bei 300 bis 750 Euro. Es empfiehlt sich, auch gleich die Wasserpumpe zu erneuern, wenn diese von dem Zahnriemen angetrieben wird. Der Arbeitsaufwand bei einer später auftretenden Undichtigkeit wäre dann wiederum derselbe. „Sinnvoll ist es, sich rechtzeitig mehrere Kostenvoranschläge von verschiedenen Werkstätten für das eigene Fahrzeug einzuholen“, empfiehlt der Fachmann und „von einem Do-It-Yourself-Austausch ist prinzipiell abzuraten“.

Aber auch Steuerketten mit ihren Metallgliedern halten nicht unbedingt ein Autoleben lang. Anders als beim Zahnriemen kündigen sich Schwächen der Kette durch ein Rasseln beim Starten und im Leerlauf an. Das kann zum einen daran liegen, dass Gleitschienen mit der Zeit einlaufen oder auch meist bei höheren Laufleistungen sich die Kette längt. Die optimale Kettenspannung und die Kettenschmierung ist eine der wichtigsten Aufgaben des Motoröls. Deshalb rät der TÜV SÜD-Fachmann: „Deshalb die vom Hersteller gemachten Vorgaben zu Ölsorte und Ölwechselintervallen einhalten und Kettentriebe als Verschleißteile ab einer höheren Laufleistung regelmäßig überprüfen lassen, selbst wenn der Autohersteller dazu keine Vorgaben macht.“

Defekte Stoßdämpfer sind eine schleichende Gefahr

10. März 2022

Was viele nicht wissen: „Defekte Stoßdämpfer bedeuten nicht nur weniger Komfort, sondern eindeutig weniger Fahrsicherheit. Dabei wächst die Unfallgefahr mit zunehmender Beladung des Fahrzeugs, etwa wenn das Auto für die Fahrt in den Urlaub voll bepackt ist“, gibt der TÜV SÜD-Fachmann zu bedenken.

Tückisch: Stoßdämpfer verlieren nur allmählich ihre Wirkung. „Deshalb wird die schleichende Abnutzung vom Fahrer vielfach nicht bemerkt“, schildert Graef eine besondere Gefahr des Verschleißprozesses. Bei Kurvenfahrten oder Ausweichmanövern bricht das Fahrzeug erheblich eher aus. Der Bremsweg verlängert sich etwa ab Tempo 80 messbar, außerdem verschleißen die Reifen schneller und ungleichmäßig. Auch die Funktionsfähigkeit elektronischer Fahrassistenzsysteme wie ABS (Antiblockiersystem), ASR (Antischlupfregelung) oder ESP (Elektronische Stabilitätskontrolle) wird durch mangelhafte Dämpfer stark beeinträchtigt, da sie eben auf die Reaktion eines richtig funktionierenden Fahrwerks angewiesen und darauf abgestimmt sind.

Intakte Dämpfer gewährleisten, dass eine sichere Bodenhaftung unter möglichst allen Fahrzuständen erhalten bleibt. Die durch Federn, Fahrstil und Fahrbahn entstehenden Schwingungen werden abgebremst. Dazu wird – vereinfacht dargestellt – im Kolbengehäuse des Dämpfers Öl oder bei Gasdruckdämpfern ein Luftgemisch durch genau definierte Öffnungen oder Ventile gepresst. Deshalb sprechen Techniker auch genau genommen von Schwingungsdämpfern.

Auch im Jahr 2021 wieder Rekordzahl neu eröffneter Wasserstoff-Tankstellen

1. Februar 2022

Auch im Jahr 2021 wieder Rekordzahl neu eröffneter Wasserstoff-Tankstellen

Im Jahr 2021 sind weltweit 142 Wasserstoff-Tankstellen in Betrieb gegangen, erneut so viele wie nie zuvor. Neu eröffnet wurden 37 Tankstellen in Europa, 89 in Asien und 13 in Nordamerika. Das ist das Ergebnis der 14. Jahresauswertung von H2stations.org, einer Website der Ludwig-Bölkow-Systemtechnik (LBST). Mittlerweile gibt es in 33 Ländern eine Tankstelleninfrastruktur für Wasserstoff.

Zum Jahresende 2021 waren weltweit 685 Wasserstoff-Tankstellen in Betrieb. Für 252 weitere Tankstellenstandorte bestehen bereits konkrete Planungen. Bemerkenswert sind die Entwicklungen in Spanien und Neuseeland, wo es erstmals viele neue konkrete Standortplanungen gab. Neu hinzu gekommen sind Ungarn und Slowenien, wo jeweils eine Wasserstoff-Tankstelle in Betrieb ging. Damit kann man nun bereits in 33 Ländern Wasserstoff tanken.

Europa verfügte zum Jahresende über 228 Tankstellen, davon 101 in Deutschland. Frankreich liegt mit 41 Tankstellen weiterhin an zweiter Stelle in Europa, gefolgt von Großbritannien mit 19, der Schweiz mit 12 und den Niederlanden mit 11 Tankstellen.

In Asien waren Ende 2021 insgesamt 363 Tankstellen in Betrieb: 159 in Japan und 95 in Korea. Die 105 erfassten chinesischen Tankstellen dienen fast ausschließlich zur Betankung von Bussen oder Lkw. Korea hat mit 36 neuen Tankstellen die meisten Inbetriebnahmen im Jahr 2021 verzeichnet und baut seine Infrastruktur für alle Brennstoffzellenfahrzeuge aus.

Von den 86 Tankstellen in Nordamerika befindet sich auch weiterhin der größte Teil mit 60 in Kalifornien. Im Jahr 2021 gingen dort 11 neue Tankstellen in Betrieb.

Interaktive Standort-Karten und individuelle Auswertungen

Die Internetseite H2stations.org (www.H2stations.org) bietet weltweit den umfassendsten Überblick zu allen Wasserstoff-Tankstellen, sowohl in Betrieb befindlichen, geplanten als auch stillgelegten, und stellt dazu interaktive Karten zur Verfügung. Daten zur Entwicklung der Wasserstoff-Infrastruktur und passende Statistiken runden das Informationsangebot ab.

Die zugrundeliegende Datenbank wird seit 2005 gepflegt und fortlaufend aktualisiert. Sie enthält detaillierte Informationen zu mittlerweile fast 1.500 Tankstellen weltweit. „Trotz des steigenden Pflegeaufwands stellen wir die Basisdaten auf H2stations.org für die private Nutzung immer noch kostenfrei zur Verfügung“, sagt LBST-Geschäftsführer Dr. Uwe Albrecht. „Für die professionelle Nutzung lizensieren wir die Daten inklusive weiterer Detailinformationen zu Technologien und Märkten und erstellen für unsere Kunden auch regelmäßige Berichte zu neuen Entwicklungen sowie individuelle Auswertungen.“

Mit TÜV SÜD sicher durch die MPU

28. Januar 2022

Insbesondere für Berufskraftfahrende kann der Entzug der Fahrerlaubnis eine Existenzbedrohung darstellen. Um die Fahrerlaubnis zurück zu erhalten, ist in vielen Fällen das Bestehen der Medizinisch-Psychologischen-Untersuchung (MPU) Voraussetzung. Um möglichst schnell wieder ans Steuer zu kommen, rät Axel Uhle, Verkehrspsychologe bei TÜV SÜD Pluspunkt, zu einer seriösen Vorbereitung.

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https://www.tuvsud.com/de-de/presse-und-medien/2022/januar/mit-tuev-sued-sicher-durch-die-mpu

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